Ooki

In der japanischen Beiz von Ino Ooki werden statt Sushi überraschende Spezialitäten serviert.

Ramen, Udon, Gyoza oder japanisches Curry: Die authentischen Gerichte im Ooki locken auch asiatische Tourist*innen an. Schweizer Gäste treten im Izakaya ins Fettnäpfchen – doch Betreiber Ino Ooki nimmt ihnen das nicht übel.

Das Izakaya Ooki betritt man durch eine wuchtige Holztür und einen schweren, dunklen Vorhang. Dieser hängt so tief, dass sich mancher bücken muss, um einzutreten. Blickt man dann auf, so fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Helle Lampions hängen von der Holzdecke und beleuchten den Raum. Traditionelle Poster, Masken, bunte Sakeflaschen und japanische Schriftzeichen zieren die Wände. Überall stehen kleine Manga- und Anime-Figuren und aus der offenen Küche zischt und dampft es. Der Geruch von gebratenen Gyoza-Teigtaschen erfüllt das Izakaya.

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Ookis Vater führte bereits ein Restaurant.

«Izakaya ist in Japan eine Art Beiz. Ein Ort, an dem man in Ruhe trinken, mit Freunden lachen und gleichzeitig eine Kleinigkeit essen kann», erzählt Geschäftsführer Ino Ooki. Seit 2016 betreiben er und seine Familie das Restaurant an der Zentralstrasse 53. Die Idee für den Laden stammt von Inos Vater. Dieser führte Jahre zuvor schon ein Restaurant an der Bäckerstrasse. Mit seinem Team kochte er auch an Streetfood-Festivals, im Weihnachtsdorf oder für Caterings.

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«Damals gab es bei uns jedoch nur Ramen, also japanische Nudelsuppe», so Ino. Heute ist das anders. Man habe sehr viele Vorspeisen, ausserdem Udon, Donburis oder japanisches Curry. «Wir haben uns bewusst gegen Sushi entschieden», erklärt Ino. «Wir haben nur zwei Gerichte mit rohem Fisch auf der Karte.»

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Es sei in der Schweiz nicht so einfach, an qualitativ hochwertigen Fisch zu kommen. Ausserdem sei die Auswahl sehr begrenzt. «Dazu kommt, dass es schon unzählige Sushi-Läden in Zürich gibt. Bei japanischer Küche denken die Leute mittlerweile nur daran. Wir wollen zeigen, dass es noch so viel mehr gibt.»

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Die Familie ass oft japanische Gerichte.

Inos Vater stammt ursprünglich aus Tokio. Als er vor Jahrzehnten durch Europa reiste, lernte er Inos Mutter, eine Österreicherin, hier in Zürich kennen. Die beiden blieben und gründeten eine Familie. «Zu Hause sprachen meine drei Geschwister und ich vor allem Deutsch, da Vater viel arbeiten musste. Zu essen gab es aber oft japanische Gerichte», erinnert sich Ino.

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Das Team im Izakaya bestehe fast nur aus Japaner*innen oder Halbjapaner*innern. «Wir wollten authentisch bleiben und unseren Gästen aus Japan die Möglichkeit geben, in ihrer Muttersprache mit uns zu reden.»

In Japan entdeckt Ino neue Gerichte.

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Um neue Gerichte kennenzulernen, reist Ino einmal im Jahr nach Japan. «Wir bestellen dort Produkte wie den Reiswein Sake oder Katsuobushi, das sind Flocken aus getrockneter und geräucherter Makrele.» Ausserdem suche man nach Inspiration für die Menüs und für die Einrichtung des Izakaya. Schalen, Teller oder die traditionelle Tatami-Einrichtung – hier sitzen die Gäste auf Strohmatten am Boden – hat Ino dort schon erworben. «Oft bringen auch Gäste Sachen mit, die sie daheim rumstehen haben – wie zum Beispiel kleine Anime-Figuren, die sie nicht mehr haben wollen.» Über die Jahre sei so im Ooki dieser bunte Mix aus traditioneller und moderner Dekoration entstanden.

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Von einem befreundeten japanischen Gastronomen konnte Ino damals die Tische und Stühle für sein Izakaya abkaufen. «Sie sind recht klein und niedrig. Es kommt immer wieder mal vor, dass kräftig gebaute Schweizer oder deutsche Gäste einfach zu gross für unsere Tische sind und ihre Beine darunter nicht Platz haben», erzählt Ino und schmunzelt.

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«Ich denke, dass unser Izakaya mit den Namensvettern in Japan mithalten kann. Wir sind typisch japanisch», so Ino. Diese Authentizität führe auch manchmal dazu, dass Schweizer Gäste in kulturelle Fettnäpfchen treten. «Zum Beispiel ist es ein absolutes No-Go, die Tatami-Ecke mit Schuhen zu betreten.»

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Ausserdem würden viele Gäste die Essstäbchen vertikal in ihre Reisschalen stecken und erklärt gleich: «Das ist in Japan jedoch ein Zeichen dafür, dass etwas tot ist, das Essen also nicht schmeckt.» Die Stäbchen müsse man immer auf die Ränder der Schale legen. Solche kleinen Ausrutscher nimmt Ino seinen Kund*innen jedoch nicht übel. «Wir erklären es den Leuten höflich und eröffnen ihnen so einen Blick auf unsere japanische Kultur.»

Dieser Artikel ist nicht gratis.

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Adresse

Ooki
Zentralstrasse 53
8003 Zürich
+41 44 461 15 86
Website

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag, 11.30–14 Uhr, 18–24 Uhr
Samstag, 18–24 Uhr
Sonntag, 18–22 Uhr