Kari Kari

Nina Gschwilm setzt in ihrem nachhaltigen Kleiderladen auf Transparenz – und modische Klassiker.

Text: Eva Hediger Fotos: Jasmin Frei

Zürcherinnen und Zürcher kaufen schon länger im Kari Kari ein: Der Kleiderladen in der Nähe der Kalkbreite eröffnete bereits 2011. Nach einigen Jahren hatten die damaligen Besitzerinnen jedoch genug vom Modebusiness. Nina Gschwilm übernahm den Shop. Gemeinsam mit einer der Kari-Kari-Gründerinnen erarbeitete sie ein neues Konzept: Statt hochpreisige Trends gibt es im Kari Kari nachhaltige Slow Fashion. Also Mode, die hochwertig und fair produziert wurde – und nicht bereits nach einer Saison aussortiert wird.

«Extrem ausgefallene Teile findet man bei Kari Kari nicht», so Nina Gschwilm, «dafür Basics, Klassiker und Lieblingsteile, die man jahrelang tragen kann.» Shirts gibt es bei Kari Kari ab 30 Franken, Kleider ab 100 Franken. «Einige waren erstaunt, dass die Kleider jetzt teilweise günstiger sind als zu früheren Kari-Kari-Zeiten», erzählt Nina, die heute die Boutique alleine führt.

«Transparenz ist mir wichtig.»

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Nina hat Kriterien erarbeitet, nach welchen sie die Mode für Kari Kari auswählt. Zu diesen gehört beispielsweise, dass das jeweilige Label bei der Produktion die Ressourcen schont sowie seine Näherinnen gerecht bezahlt und behandelt. Nina berücksichtigt aber auch, ob die Materialien biologisch angebaut oder recycelt wurden. Jedes Kleidungsstück, das im Kari Kari gekauft werden kann, erfüllt mindestens zwei der von Nina festgelegten Slow-Fashion-Richtlinien. Welche es jeweils sind, steht bei jedem Kleidungsstück auf einem von Nina selbst angefertigten Etikett. «Transparenz ist mir wichtig», sagt sie.

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Im Gespräch mit ihren Kundinnen und Kunden fällt Nina immer wieder auf, wie stark sich die Ansprüche an Slow Fashion unterscheiden. «Die einen wollen, dass die Stoffe biologisch sind», so Nina. «Andere finden es toll, wenn das Stück aus recyceltem Polyester ist.» Am wichtigsten sei den Käuferinnen und Käufern jedoch, dass die Arbeitsbedingungen fair sind.

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Sie seien sensibilisierter, seit 2013 bei einem Fabrikeinsturz in Bangladesch mehr als tausend Näherinnen und Näher gestorben sind. «Damals hat ein grosses Umdenken stattgefunden», so Nina. Sie ist schon länger in der Textilbranche tätig, hat für einen grossen Sportmode-Hersteller sowie für ein Schmuckunternehmen gearbeitet. «Irgendwann wollte ich etwas Sinnvolleres und Nachhaltigeres machen.»

Nina freut es, dass die Nachfrage nach Slow Fashion immer weiter steigt.

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Nina freut es, dass die Nachfrage nach Slow Fashion immer weiter steigt. Sie selbst habe als Teenager nie viele Kleider gekauft. «Ich mochte meinen Kleiderschrank schon immer aufgeräumt.» Einzig als sie die Boutique neu übernommen habe, sei sie Kaufräuschen erlegen. «Plötzlich war ich von so vielen tollen Stücken umgeben!», meint Nina und lacht. «Ich musste mich etwas bremsen.» Heute kaufe sie sich pro Saison zwei, drei ausgewählte Stücke.

Die Auswahl ist exklusiv.

Zu Ninas Hauptkundschaft zählen Frauen zwischen 30 und 60 Jahren. Teenager sind eher weniger im Kari Kari anzutreffen. «Für sie ist die Mode vielleicht zu wenig trendy», vermutet Nina. Dafür ist die Auswahl exklusiv: Weil Nina bloss ein kleines Lager hat, bestellt sie pro Grösse meist nur wenige Stücke. «Es lohnt sich deshalb, häufiger im Kari Kari vorbeizukommen.»

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Manchmal spielt Nina mit dem Gedanken, einen weiteren Laden zu eröffnen. Doch erst will sie mit Freundinnen eine eigene Mini-Kollektion entwickeln. «Mode, die ‹verhebt›!», so Nina – und den strengen Kriterien von Kari Kari entspricht.

Adresse

Kari Kari
Kalkbreitestrasse 43
8003 Zürich
+41 44 450 20 55
Website

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag, 11.30–18.30 Uhr
Samstag, 11–17 Uhr

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