Fabrikat

Seit 2014 findet man im Fabrikat alles, was man in einer Papeterie finden kann, einfach in Schöner. «Working Goods» nennt Geschäftsführerin Franziska Browar die Produkte.

Die angebotenen Produkte reisst man im Fabrikat – dem Ort für Ästheten – nicht unbedacht von den Regalen. Man nimmt sie sorgfältig, hält sie ehrfürchtig wie Schätze. Denn im Fabrikat gibt es keine Ramschware, sondern auserlesene Trouvaillen – von denen Geschäftsführerin Franziska Browar die Geschichte kennt.

Alles begann an der Militärstrasse. Hier hatte der Designer Donovan Gregory in einem Kellerraum ein Atelier. Später konnte er im Erdgeschoss eine Galerie für den von ihm mitgegründeten «Designers’ Club» eröffnen. Als auch das benachbarte Ladenlokal frei wurde, war das 2014 der Anfang von Fabrikat.

Der Wunsch, einen Laden für auserwählten, hochwertig produzierten Bürobedarf zu eröffnen, wurde mit einer Schere geboren. Die Machart der Schere begeisterte Donovan und seine Frau Regina – die heutige Inhaberin von Fabrikat – derart, dass sie die Spur des Werkzeugs aufnahmen, die sie bis in eine Manufaktur in Sheffield führte.

Noch immer verfolgt das Fabrikat-Team seine Produkte bis zur Produktion zurück.

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Noch immer verfolgt das Fabrikat-Team seine Produkte bis zur Produktion zurück. So kann es sich vergewissern, dass seine strengen ethischen Grundsätze eingehalten werden. Die Mitarbeiter vom Fabrikat interessieren sich auch für die Hintergründe der Gegenstände, für deren Geschichten. Tradition ist dem Fabrikat wichtig. So stösst das Team auf Familienbetriebe, die noch wie vor hundert Jahren produzieren. «Wieso etwas ändern, wenn es gut ist?», fragt Franziska.

Ebenfalls wie vor hundert Jahren sieht es im Innern vom Fabrikat aus. Donovan hat das Interieur gestaltet, welches bewusst in der Ästhetik der 1930er-Jahre gehalten ist: Holz, Glas, Metall. Es soll an Kolonialläden erinnern.

Mittlerweile hat das Fabrikat-Team ein geschultes Auge für Auserlesenes in jeder Preiskategorie.

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Mittlerweile hat das Fabrikat-Team ein geschultes Auge für Auserlesenes in jeder Preiskategorie. Seine Produkte bezieht es vorwiegend aus Nordamerika, Japan und Europa. Hier sind es vor allem Deutschland und Österreich mit Betrieben wie Riess für Email-Produkte oder östliche Länder wie Polen oder Tschechien. Das «Koh-i-Noor»-Sortiment beispielsweise stammt aus einer tschechischen Stiftemanufaktur. Franziska zeigt Bleistifte von Palomino. Diese Marke haben auch die ersten Zeichner bei Disney benutzt.

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Wenn das Team etwas gefunden hat, das ihm gefällt, sucht es ergänzende Artikel wie Etuis, Skizzenbücher oder Klemmbretter, die in Verarbeitung und Qualität dazu passen könnten. Gerade Klemmbretter sind laut dem Team der Renner; bis zu zehn verschiedene gibt es im Fabrikat – aus Holz, Metall und Karton.

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Bei ihren Recherchen stossen Franziska und ihr Team immer wieder auf Produkte, die über den Atelierbedarf hinausgehen.
So haben sie in Cornwall, England, einen Produzenten von aussergewöhnlichen Velohelmen entdeckt. Auch das Angebot an Küchenutensilien baut das Fabrikat immer weiter aus. «Unsere Sachen sind nicht nur schön», betont Franziska, «sondern auch funktional und überaus langlebig.»

Das Fabrikat verkauft auch eigene Klassiker.

Das Fabrikat profitiert von seinem Standort im Langstrassenquartier. Früher war die Schule für Gestaltung nah, und auch heute noch ist die Dichte an Grafik- und Künstlerateliers noch immer hoch. Doch nicht nur Kreative, sondern auch Menschen auf der Suche nach einem speziellen Geschenk besuchen das Fabrikat. Und ebenso sind Senioren anzutreffen, die im Tante-Emma-Laden für Atelierbedarf Objekte aus ihrer Jugend wiederentdecken.

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Das Fabrikat verkauft auch eigene Klassiker, zum Beispiel eine Glycerinseife. Produziert wird in der Mettler Glycerinseifenfabrik in Hornussen, einer der letzten Fabriken dieser Art. Zusammen mit Andy Tauer, einem Zürcher Parfumeur, hat das Team einen Duft kreiert.

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Durch die Abschlussarbeit eines Grafikerlehrlings im angegliederten Atelier ist mit dem «Lettenplakat» ein weiterer Hausklassiker entstanden. Es zeigt die Badi im letzten Jahrhundert. Das Fabrikat hat das Sujet siebdrucken lassen und in den Verkauf genommen. Das Plakat erfreut sich einer grossen Nachfrage. «Es gibt fast keine schönen Tourismus-Plakate mehr von Zürich», meint Franziska. «Das wollen wir ändern.» Denn das Team will Aussterbendes am Leben erhalten – Produkte, Firmen und Traditionen.

Adresse

Fabrikat
Militärstrasse 76
8004 Zürich
+41 44 542 46 44
Website

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag, 11–19 Uhr
Samstag, 11–17 Uhr

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