Condomeria

Bald wird der etwas andere Erotikshop 30 Jahre alt. Erika Knoll ist seit Beginn dabei.

Seit Anfang der neunziger Jahre berät das Team um Heinze Baumann und Erika Knoll in der Zürcher Altstadt seine Kundschaft. 24 Quadratmeter klein ist das Fachgeschäft für Kondome und Lovetoys. Darüber hinaus ist die Condomeria eine Instanz für die Aufklärung in Zürich.

1989 gründete Heinze Baumann das Fachgeschäft für Kondome an der Zentralstrasse im Zuge der existierenden HIV-Problematik. Sein endgültiges Zuhause fand der Laden später in der Münstergasse. Gerade einmal 24 Quadratmeter ist er gross. Im Sortiment befanden sich damals eine kleine Auswahl an Kondomen, wenige Gleitmittel sowie rezeptfreie Verhütungsmittel, wie das Diaphragma für die Frau.

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«Um die Hemmschwelle zu senken, erweiterten wir das Angebot Anfang der neunziger Jahre um Scherz- und Geschenkartikel», erzählt Erika Knoll. Seit Beginn legen die beiden viel Wert auf Beratung und Aufklärung. «Die Condomeria sollte nie nur ein gewöhnlicher Kommerzladen sein», erzählt mir die Zürcherin. So gab es zum Beispiel Verhütungsmittelkoffer, die man an Schulen verlieh.

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Die obere Etage des kleinen Ladens nutzten Knoll und Baumann in den frühen Tagen als Ausstellungsfläche für Präservative. Hierfür hängten sie Kondome an einer Leine quer durch den Raum. Es gab Informationstafeln zu Geschichte, Aufbewahrung und Lagerung. «Das machen wir heute aber nicht mehr», so Knoll.

Hierfür hängten sie Kondome an einer Leine quer durch den Raum.

Früher ging es in erster Linie um den Schutz vor Krankheiten und ungewollten Schwangerschaften. Heute steht das Bedürfnis nach Abwechslung und Spass im Vordergrund. Die Kundschaft möchte alles über Qualität, Verträglichkeit, Beschaffenheit und Grösse der Produkte wissen, wenn sie sich von Erika Knoll beraten lässt.

100

Kondome umfasst das kunterbunte Sortiment der Condomeria.

Das kunterbunte Sortiment der Condomeria umfasst neben 100 verschiedenen Kondomen eine grosse Auswahl an Lovetoys, Gleitgels, Massageölen sowie diversen Accessoires. Neu kann man auch weibliche Hygieneprodukte wie den Menstruationscup und Soft-Tampons kaufen.

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Schwer angesagt sind Kondome aus Polyisopren, die nicht nur Gefühlsechtheit versprechen, sondern zusätzlich die Körperwärme leiten. Der Dauerbrenner der letzten Jahrzehnte ist das Neon- beziehungsweise Leuchtkondom. «Jeder Mann möchte einmal in seinem Leben mit seinem Laserschwert Star Wars spielen», erzählt Erika Knoll und lacht.

«Dauerbrenner der letzten Jahrzehnte ist das Leuchtkondom.»

Die Condomeria spricht Kunden jeden Alters an. 84 Jahre alt sei die älteste Kundin gewesen, erzählt Erika Knoll. Die Mitarbeitenden wissen um die Herausforderungen und Bedürfnisse der jeweiligen Altersgruppe. Hier wird jeder ehrlich und offen beraten: der unerfahrene Teenager, der Pensionär, die junge Frau, die ein lustiges Kondom als Geburtstagsgeschenk sucht, die 40-jährige Frau, die keine Hormone mehr nehmen möchte, oder die Dame mit Inkontinenzproblemen.

84

Jahre alt ist die älteste Kundin. 

Wie viel Verantwortung die Mitarbeiter der Condomeria tagtäglich haben, zeigen verschiedene Geschichten, die Erika Knoll in mehr als 25 Jahren gehört hat. Es geht um die frühe Prägung der Sexualität, sexuelle Orientierung, Tabubrüche, Selbstbefriedigung, sensible, medizinische und persönliche Probleme, ja, sogar Seitensprunggeschichten werden thematisiert. «Ich möchte hier eine Art Biotop, eine Lebensgemeinschaft innerhalb des Niederdorfs aufrechterhalten. Zu uns kann jeder mit jedem Thema kommen.»

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Die Condomeria ist mehr als ein Fachgeschäft für Kondome. Die Condomeria ist ein Ort, wo man offen über seine Vorlieben und Wünsche reden kann und einiges über die Aufklärungsgeschichte Zürichs erfährt.

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Adresse

Condomeria
Münstergasse 27
8001 Zürich

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag, 11.00–19.00 Uhr
Samstag, 10.00–17.00 Uhr

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