07.02.2020 – Advertorial

«Die Reaktionen sind extrem gut»

Ein neues Foyer, Abende mit Drag Queens und mehr Aufführungen für Familien: Im Millers weht ein frischer Wind. Verantwortlich dafür ist die neue Leiterin Andrea Fischer Schulthess. Wir haben mit der Theaterfrau gesprochen.

Andrea, du bist seit dieser Spielzeit Leiterin des Millers. Wie fühlst du dich in dieser Rolle? Und wie bist du überhaupt dazu gekommen?

Glücklich! Diese Aufgabe ist etwas vom Besten, das mir je passiert ist. Ich wurde quasi aus dem Nichts heraus angefragt, ob ich allenfalls an der Stelle interessiert sei. Erst dachte ich, das sei ein Versehen. Aber dann wurde ich neugierig, und je weiter der Bewerbungsprozess voranschritt, desto klarer wurde mir: «Das ist genau das, was ich machen möchte.»

Wieso denkst du, hast du den Job dann auch tatsächlich bekommen?

Sowas ist meist schwierig zu sagen. Letztlich geht es einfach darum, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Das Millers soll wieder vermehrt in das Bewusstsein der Zürcherinnen und Zürcher gebracht werden. Dafür braucht es eine Person, die viele Leute kennt und Lust hat, Neues auszuprobieren. Ausserdem muss sie eine leidenschaftliche Gastgeberin sein. Eine, die gern mit allen plaudert und will, dass sie sich zu Hause fühlen. Diese Punkte treffen auf mich zu.

«Die Kunstschaffenden haben grosse Freude am neuen, warmen Theater-Ambiente.»

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Der neue Theatersaal. (Foto: Rico Gurtner / Teaser: Serafin Schulthess)

Welche neuen Wege hast du bereits eingeschlagen?

Das Theater wurde komplett neu gestaltet und das Foyer gemeinsam mit der Bühnenbildnerin Cornelia Koch umgebaut. Zudem hat der Saal jetzt eine Cabaretbestuhlung und einen roten Vorhang. Alles ist also mehr wie in einem Theater. Früher hat sich das Millers als urbaner Kulturraum definiert – konkret bedeutete dies, dass der Aufführungsraum quasi wie eine weisse Leinwand für die Künstlerinnen und Künstler funktionieren sollte. Das ist sicher auch ein möglicher Zugang, doch ich mag es anders. Bei unseren eigenen Auftritten schätze ich es immer sehr, wenn der Aufführungsort einen individuellen Charakter hat. Und auch die Kunstschaffenden, die bisher im Millers aufgetreten sind, hatten grosse Freude am neuen, warmen Theater-Ambiente.

Auch die Bar hat ein Update bekommen, oder?

Wir haben die Bar noch viel stärker in den Mittelpunkt gerückt. Das Millers liegt am Stadtrand und es gibt nur wenige Bars in der Nähe, in die man vor oder nach einer Veranstaltung etwas trinken gehen kann. Deshalb wollten wir das Millers zu einem Ort machen, wo man nach einer Aufführung gerne sitzen bleibt, sich zu Hause fühlt. Damit möchten wir zudem vermehrt auch ein junges Publikum ansprechen – was uns erfreulicherweise immer besser gelingt.

«Wir gehen vermehrt in Richtung Varieté und Burlesque, beispielsweise mit dem ‹Salon Morpheus›.»

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Salon Morpheus.

Wie sind die bisherigen Reaktionen auf das neue Millers?

Extrem gut. Natürlich gibt es einzelne Millers-Fans, die den alten Zeiten nachtrauern. Das verstehe ich – solche Reaktionen gehören zu jeder Neuerung und ich nehme sie durchaus ernst. Doch auch wenn wir den Saal neu gestaltet und das Programm angepasst haben, halten wir an vielen Traditionen fest, die seit jeher zu diesem Ort gehören – etwa am Theatersport, an den Slams und an den klassischen Kabarett-Abenden, aber auch an den Auftritten von altehrwürdigen Theaterperlen wie Katharina Thalbach, Nikolaus Habjan oder Gottfried Breitfuss.

Welches sind neue Programmpunkte?

Die neue Ausrichtung ist dreckiger, frecher und verspielter. Beispielsweise veranstalten wir das Woman-Comedy-Festival «Female Trouble — unsere Tage sind gekommen», kuratiert von Patti Basler. Männer sind natürlich herzlich und ausdrücklich willkommen. Zudem gehen wir vermehrt in Richtung Varieté und Burlesque, beispielsweise mit dem «Salon Morpheus». Hier haben wir am 27. Februar Premiere mit der Koproduktion «Mondsucht». Auch machen wir regelmässig Drag-Abende. Solche Shows, wie sie Piet Baumgartner und Ágota Dimén zusammen mit Milky Diamond, Odette Hella Grand und Vicky Goldfinger auf die Beine stellen, gab es in dieser Form bislang noch nicht. Überhaupt mögen wir frische Ideen und tüfteln an allerlei Formaten herum. So sind wir beispielsweise auch mit «Sichtbar Gehörlose Zürich» im Gespräch.

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Andrea Fischer Schulthess und Adrian Schulthess aka Minitheater Hannibal. (Foto: Lucas Ziegler)

Mit deinem Mann Adrian Schulthess hast du das Minitheater Hannibal gegründet. Gibt es jetzt auch mehr Kindertheater im Millers?

Da sind wir stetig dran. In der vergangenen Halloween-Woche haben wir beispielsweise im Obergeschoss des Mühleramas ein «Geisterhaus» eingerichtet. Das werden wir auch dieses Jahr wieder tun. Zudem arbeiten wir an einem neuen Kinderstück und einmal im Monat gibt es die «Katze aus dem Sack», ein Familien-Format, das wir früher im Neumarkt gezeigt haben. Worauf wir uns besonders freuen: Diesen November und Dezember ist das «Märlitheater Zürich» neu im Millers zu Hause. Ausserdem führen wir am 24. Mai schon zum zweiten Mal das «EinChorn» durch, das Familienfest der ganzen Mühle Tiefenbrunnen. Wie für unser ganzes Programm gilt auch für Kinder: Wir sind ein Kaleidoskop des Komischen mit vielen Facetten zwischen lustig und seltsam. Alles ist möglich.

Adresse

Millers
Seefeldstr. 225
8008 Zürich
+41 44 387 99 70
Website

Infos 

Das Programm sowie weitere Informationen findest du hier.