Anna Nia

Die Zürcher Modedesignerin Anna Nia verkauft in ihrem Laden im Niederdorf schlichte Kleidung.

«Anna Nia» ist alles andere als schnelllebig: Die Zürcher Modemacherin setzt auf klassische Schnitte und qualitative Stoffe. So machen ihre Kleidungsstücke jahrelang Freude. Verkauft werden die Kollektionen exklusiv in Annas eigenem Laden.

Das hektische Bellevue ist nur wenige Schritte entfernt, doch an der Torgasse herrscht noch Altstadt-Flair: Backsteinpflaster, alte Häuser und kleine, versteckte Cafés, Bars und Läden. Darunter auch der Shop von Anna Nia. Die Modedesignerin ordnet gerade Kleider, als eine Frau hereinstürmt und sie freudig begrüsst. Sie ist eine benachbarte Ladenbetreiberin. «Wir besuchen uns oft», sagt Anna. «Es ist halt wirklich ein Dörfli hier.»

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Im Dezember 2015 eröffnete Anna den Laden im Niederdorf. Ihr Kleiderlabel Anna Nia gab es damals bereits seit einem Jahr. «Aber richtig ernst wurde es erst mit der Eröffnung», erzählt die Zürcherin. Sie gründete eine Firma, vergrösserte ihre Kollektionen und suchte zwei Angestellte. «Vorher habe ich fast alles selbst genäht und in Pop-up-Stores verkauft.» Sie habe diese temporären Verkaufslokale gemocht. «Ich konnte sie immer wieder völlig anders gestalten – fast wie Bühnenbilder.»

Als ihre Mutter unerwartet verstarb, musste sich Anna um ihre Schwester kümmern. «Ich brauchte also dringend einen Job.»

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Anna hat in London Schauspiel studiert, ihre Mutter ist im Zürcher Theater aufgetreten. «Ich komme aus dieser Welt», sagt Anna. Nach ihrem Studienabschluss wurde ihr aber klar, dass sie nicht auf der Bühne stehen möchte. Zurück in Zürich wollte sie sich deshalb an der Universität einschreiben. Doch ihre Mutter verstarb unerwartet und Anna musste sich um ihre jüngere Schwester kümmern. «Ich brauchte also dringend einen Job.» Sie rief einen Freund der Familie an, der eine Filmproduktionsfirma leitete. Er fragte Anna, was sie gerne arbeiten möchte. Anna antwortete, dass sie die Kostümabteilung interessiere. «Ich fand Mode schon immer spannend.» Als Mädchen habe sie ganze Blöcke mit Kleiderentwürfen vollgemalt. «Meine Mutter fragte mich manchmal, wieso ich so viel Papier brauche», erzählt Anna und lacht.

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Als Modeassistentin stieg sie mit Anfang 20 ins Filmbusiness ein. «Zu Beginn habe ich viele Hemden gebügelt», so Anna. In ihrer Freizeit brachte sie sich das Schneidern bei, indem sie die Nähte von gekauften Kleidern auftrennte. «Schnitte haben mich schon immer fasziniert.» Erfahrungen und Jahre später arbeitete sie längere Zeit im Atelier des Zürcher Modelabels En Soie. «In dieser Zeit habe ich unendlich viel über Produktion, Stoffeinkauf und alles andere Handwerkliche gelernt.»

«Es ist schön zu sehen, wenn ein Kleid verschiedenen Generationen gefällt.»

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Bei ihrem eigenen Label setzt Anna auf klassische Schnitte und hochwertige Materialien. «Anna Nia ist alles andere als schnelllebig», sagt die Designerin. Sie habe eine Weile gebraucht, bis sie gemerkt habe, dass genau diese Zeitlosigkeit ihre Designs ausmache. «Mode erfindet sich ja sonst eigentlich jede Saison neu.» Anna dagegen entwickelt ihre Grundschnitte immer weiter, einige sind auch gleichgeblieben. Einen bestimmten Mantel verkauft sie seit der ersten Kollektion. «Aber immer aus anderen Stoffen!» Diese werden fast ausschliesslich in Schweiz und Europa produziert. «Mir ist Nachhaltigkeit und Fairness sehr wichtig.» Deshalb lässt sie ihre Kollektionen auch im Tessin nähen.

Anna entwirft zwei Kollektionen im Jahr. Dazwischen produziert sie immer wieder selbst Kleinauflagen in ihrem Atelier. «Ich geniesse die Tage, an denen ich nur nähe.» Sonst steht sie meistens im Laden und berät ihre Kundschaft. «Ich schätze diese Nähe. So merke ich auch, was bei den Kleidern funktioniert und was nicht.» Ihr Shop wird von den verschiedensten Frauen besucht: Touristinnen, Seniorinnen und Junge. «Es ist schön zu sehen, wenn ein Kleid verschiedenen Generationen gefällt.» Auch das sei nur möglich, weil ihre Entwürfe schlicht seien, so Anna.

Anna kann zu jedem ihrer Entwürfe eine eigene Geschichte erzählen.

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Seit 2018 verkauft die Designerin auch Schmuck sowie Männerkleider. «Die kleinen Grössen gehen aber auch Frauen», sagt Anna. Auf den Regalen liegen neuerdings Schmuckstücke und Schals. «Ich versuche mich langsam, aber stetig weiterzuentwickeln.» Auch Kinderhosen und -Shirts sind bei Anna Nia erhältlich. Diese stellt die zweifache Mutter mit einer guten Freundin her, Rascal heisst das gemeinsame Label. Verkaufsschlager sind jedoch die personalisierbaren Caps. «Wir haben sie schon mit fast allen Buchstaben angefertigt», sagt Anna.

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Anna kann zu jedem ihrer Entwürfe eine eigene Geschichte erzählen – der Pulli wurde in Genua gestrickt, das Jäckchen besteht aus einer ganz besonderen Wolle, der Armreif ähnelt einem Schmuckstück, das die Models an Annas erster Modeshow trugen. «Die meisten, die den Laden besuchen, fragen mich irgendwann, ob ich die Designerin bin», so Anna. Und viele Touristen möchten bereits beim Eintreten wissen: «Are you local?» Anna nickt dann.

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Adresse

Anna Nia
Torgasse 7
8001 Zürich
Mail
Website

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Freitag, 11 – 18.30 Uhr
Samstag, 10 – 17 Uhr