31.05.2019 – Essen & Trinken

Mit einem Klick gegen Foodwaste

Zwei Millionen Tonnen Lebensmittel landen in der Schweiz jährlich im Müll. Diese Verschwendung wollen viele Menschen stoppen – auch mithilfe von Apps. Doch wie praktisch sind diese Anwendungen für Zürcherinnen und Zürcher?

MyFoodways

Ein Ei, etwas Spinat und ein halbes Naturjoghurt? Im Kühlschrank lagern oft Esswaren, die auf den ersten Blick kaum zusammenpassen. Bevor du aber in den Supermarkt stürmst, um noch mehr Zutaten zu kaufen, solltest du die App «MyFoodways» ausprobieren. Als Erstes legst du deine Essgewohnheiten fest – zum Beispiel wie viel Fleisch und Fisch du isst oder ob du Allergien hast. Danach gibst du an, welche Lebensmittel du gerne verwerten möchtest. «MyFoodways» stellt dir auf dieser Grundlage verschiedene Rezepte zusammen. Einige stammen von der Zürcher Köchin Anna Pearson. Die App ist übersichtlich gestaltet und die Bilder machen Appetit. Entwickelt wurde «MyFoodways» in Bern durch die Foodways Consulting AG. Sie berät sonst Unternehmen und Firmen in Themen wie Lebensmittelverschwendung und Nachhaltigkeit.

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To Good To Go

Auch Lokale und Läden verkaufen nicht immer alle noch geniessbaren Esswaren. Einige bieten jetzt das Übriggebliebene auf der App «To Good To Go» an: Durch die Standortsuche werden dir alle in der Nähe liegenden teilnehmenden Restaurants und Lebensmittelgeschäfte angezeigt. Mit einem Klick reservierst du dir deine Portion. Diese musst du dann im Betrieb abholen. Meistens steht das Essen nach dem Mittag oder kurz vor Geschäftsschluss bereit. In Zürich sind zum Beispiel die Bäckerei Hug, das Caffè Spettacolo und das Tibits dabei. Die App ist einfach zu bedienen und das Abholen unkompliziert. Der Schweizer Ableger des dänischen Start-ups, das die App entwickelte, hat seinen Sitz in Zürich.

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Foodsharing

Bei «Foodsharing» können registrierte Mitglieder überschüssige Lebensmittel, auch Essenskörbe genannt, in der Community anbieten und dafür welche bei anderen abholen. «Foodsharing» liess ausserdem «Fair-Teiler» errichten: Das sind Orte mit Regalen oder auch Kühlschränken, in die Lebensmittel gelegt, aber auch mitgenommen werden können. Sieben solche Fair-Teiler gibt es in Zürich – zum Beispiel bei der Kernstrasse und dem GZ Oerlikon. –Ausserdem sind auch Foodsaver aktiv: Personen, die Übriggebliebenes bei Betrieben abholen und unter Fair-Teilern und Mitgliedern aufteilen. Die Foodsharing-Initiative fand 2012 in Berlin ihren Anfang. Foodsharing hat nun auch eine App in der Testversion herausgegeben. Bisher gab es die Möglichkeit, sich über die Website zu registrieren.

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Foodshelf

Kaffeepads, Couscous und Belugalinsen: Mit dieser App listen Privatpersonen ihre überschüssigen Esswaren auf. Auf einen Blick siehst du das Angebot und wie weit es von dir entfernt ist. Mit einem weiteren Klick erfährst du das Ablaufdatum und die genaue Adresse. In Zürich ist «Foodshelf» noch nicht etabliert: Bei unserem Test ist das am nächsten liegende Angebot 20 Kilometer entfernt. Aber wer fährt für eine Packung Paniermehl nach Dättlikon? Die Handhabung der App ist einfach, das Stufenmodell originell: Beginner sind «Verrottete Tomaten», Heavy-User «Bananen». Da die Sharing-Community mit jeder Anmeldung wächst, hoffen wir, dass sich Foodshelf bald in Zürich durchsetzt.