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«Die Tattoos, die Attitüde … Das bin einfach ich»

Interview: Eva Hediger Fotos: Jasmin Frei

Tasha Colors kennen viele aus dem Fernsehen – sie nahm vor einigen Jahren beim Schweizer «Bachelor» und «Germany’s next Topmodel» teil. In beiden Formaten fiel die Zürcherin mit ihrem ausgefallenen Stil auf. Und die Textilwirtschafterin liebt es immer noch bunt.

Wer dich googelt, stösst bald auf den Begriff «bunter Paradiesvogel». Wie würdest du dich selbst beschreiben?

«Bunter Paradiesvogel» trifft es eigentlich ganz gut. Mein Stil ist ziemlich tuttifrutti: Ich mixe gerne und alles. Ich ziehe mich immer so an, wie ich mich gerade fühle. An manchen Tagen trage ich schlichte Farben, an anderen knallbunte. Dann ist es wirklich «Tasha Colors». Manchmal liegt es aber auch einfach nur an der Zeit: Wenn ich Stress habe, ist mein Stil weniger extrem.

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«Meine Mutter steckte mich in Prinzessinnenkleider.»

Du bist also nicht altersmilder geworden?

Nein. Meine Outfits sind vielleicht weniger verspielter, doch ich finde, dass Kleidung kein Alter kennt. Meine Eltern dachten früher, dass mein auffälliger Stil nur eine Phase sei. Aber ich wusste schon als Teenager, dass ich mich immer so kleiden werde. Die Tattoos, die Farben und die Attitüde … Das bin einfach ich. Meine Mutter steckte mich früher immer in rosa Prinzessinnenkleider – das war der Horror für mich.

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«Mein erstes Tattoo liess ich mir mit 15 Jahren stechen.»

Was hast du gemacht?

Ich habe später gewissermassen dagegen rebelliert, indem ich möglichst weite, knabenhafte und bequeme Kleider trug. Den Skater- und Punk-Look fand ich toll. Diesem Stil bin ich bis heute treu geblieben.

Hattest du Modevorbilder?

Definitiv meine Mutter! Ich liebe allgemein die Mode der 70er, 80er und teilweise auch der 90er. Meine Mutter kleidete sich früher häufig in Ensembles: Zweiteiler und Big Hair, wie sie es trug, fand ich schon immer toll. Auch Pop-Ikonen aus dieser Zeit, etwa David Bowie und Cher, inspirieren mich immer wieder.

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Du bist jetzt selbst Mutter. Wie ziehst du deine dreimonatige Tochter an?

Bunt! Was allerdings ziemlich schwierig ist, weil Babykleidung oft nur in faden Pastelltönen erhältlich ist. Meine Tochter trägt deshalb viele Retro-Sachen –darunter Kleidungsstücke, die bereits ihrem Vater gehört haben. Meine Mutter möchte ihr aber am liebsten herzige und gerüschte Sachen anziehen (lacht).

«Ich bin kein Wegwerf-Mensch.»

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Wie hat sich dein Stil seit der Geburt verändert?

Vor allem die Kleidergrösse hat sich verändert (lacht). Ich muss damit zurechtkommen, dass ich momentan nicht dieselben Körpermasse habe wie vor der Schwangerschaft. Doch viele Teile passen mir immer noch, da ich vorher schon viele weite Sachen getragen habe.

Was ist dein Lieblingsteil?

Ich mag generell Overalls und Latzhosen sehr gerne. Auch Schuhe und Kimonos besitze ich viele. Mein Kleiderschrank ist sowieso nach 18 Jahren im Textilbereich sehr gross. Ich bin kein Wegwerf-Mensch. Irgendwann ist alles wieder in, und dann kann ich es wieder tragen. Das ist meine Form der Nachhaltigkeit.

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«Mit Gesichtstattoos wird man leider mit vielen Vorurteilen konfrontiert.»

Auffällig sind auch deine vielen Tattoos.

Meine erste Tätowierung habe ich mir mit 15 Jahren stechen lassen. Ich hatte immer einen Plan, welches Motiv ich wo wollte, und den habe durchgezogen.

Planst du noch weitere?

Nein, ich habe seit zehn Jahren kein Tattoo mehr stechen lassen, ich arbeite auch nicht mehr in der Branche. Ich gehöre eindeutig nicht zu den Leuten, die den Schmerz geil finden. Und je älter ich werde, desto empfindlicher werde ich.

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Dafür bekommst du bald eine neue Frisur, oder?

Ja, ich musste mich in den letzten Monaten wegen der Schwangerschaft und dem Stillen zurückhalten. In dieser Zeit war ich blond und hatte einen riesigen Ansatz (lacht). Diese Farbe trage ich immer, wenn ich eine Verschnaufpause brauche – oder mal seriöser wirken muss. Mit bunten Haaren und Gesichtstattoos wird man leider immer noch mit vielen Vorurteilen konfrontiert. Das ist sehr schade, denn ich denke, dass jeder Mensch seinen Stil kompromisslos ausleben sollte – das macht nämlich ziemlich glücklich.

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