06.09.2019 – Essen & Trinken

«Allein in der Schweiz gibt es über 100 verschiedene Gins»

Interview: Eva Hediger

Peter Jauch organisiert Ende September zum zweiten Mal «About Gin – das Gin Erlebnis Festival» im 25 Hours Hotel Langstrasse. Wir haben uns mit ihm über Gin Tonics, Räusche und kleine Brennereien unterhalten.

Peter, ich muss leider zugeben, dass ich Gin Tonic nicht mag ...

Damit bist du nicht allein. Einige meiner Freunde trinken den gewöhnlichen Gin Tonic auch nicht so gern. Aber es gibt ganz viele andere Drinks und Gins, die völlig anders schmecken. Wer also den starken Wacholder-Geschmack der Klassiker Gordon’s oder Bombay Gin nicht mag, wird vielleicht mit einer floraleren, weicheren Variante glücklicher. Es gibt bei Gin eine geschmackliche Vielfalt, die keine andere Spirituose dieser Welt bieten kann. Doch mir ist auch wichtig zu betonen: Ich möchte niemanden an das Festival bringen, der gar keine Spirituosen mag und nie Alkohol trinkt.

«About Gin» findet in einem Hotel statt. Das ist für einen solchen Anlass eher ungewöhnlich.

Ja, aber für mich der ideale Ort. So kommen die Geschichten von den Marken voll zur Geltung. In einem einzigen grossen Raum geht es nur um das grösste Budget, und da haben die jüngeren Brands neben den bekannten Namen keine Chance. Das 25 Hours Hotel Langstrasse räumt auf der ersten Etage in allen Zimmern die Betten aus. In diese ziehen dann während des Festivals die verschiedenen Gin Brands ein. So haben sie die Möglichkeit, ungestört von den anderen ihre Geschichten zu erzählen.

«Die Brands richten alle individuelle Erlebnisräume ein.»

Wie denn?

Die Brands richten alle individuelle Erlebnisräume ein: Man kann so die Geschichte des jeweiligen Gins nicht nur hören, sondern auch sinnlich erfahren. Was dieses Jahr alles geplant ist, darf ich nicht verraten. 2018 fand man die Jungs von Turicum auf einer Waldlichtung und in einer Blumenwiese hatten sich die Deux Frères versteckt. The Botanist war in einem Garten mit 22 Botanicals zu finden – diese 22 Botanicals sind im Gin verarbeitet. Nicht nur bei den jüngeren Labels sind oft die Gründer anwesend. Beim Festival werden die Gins auch degustiert.

Wieso endet das nicht mit einem Schwips?

Wir offerieren jeweils nur die Hälfte eines normalen Longdrinks, also 2 cl. Das reicht völlig aus, um den Geschmack zu beurteilen. Würden wir mehr ausschenken, wäre es den meisten Leuten vermutlich wirklich bald zu viel, und vor allem wäre nach drei bis vier Gin-Marken das Festival bereits vorbei. Im letzten Jahr schafften es die Gäste so bis zu sieben Marken.

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Nach welchen Kriterien hast du die vertretenen Brands ausgewählt?

Es ist mir wichtig, dass bekannte Gins dabei sind, die in den Bars weltweit serviert werden, wie beispielsweise Monkey 47 aus dem Schwarzwald. Diese Marken geben dem Festival die Legitimation, denn der Besucher kennt sie. Neben diesen grossen machen auch wieder kleinere Brands mit – wie schon letztes Jahr diesmal etwa der Berner Gin 1616.

«Einige meiner Freunde trinken den gewöhnlichen Gin Tonic auch nicht so gern.»

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Organisator Peter Jauch (Foto: Jenny Milow)

Du veranstaltest das Festival auch in anderen Städten. Gibt es lokale Unterschiede?

Definitiv. Jede Metropole hat ihre eigenen «local heros». In der Schweiz gibt es in Basel, Bern und Zürich verschiedene Gins. Diese sind in der jeweiligen Stadt verbreitet, in den anderen aber unbekannt. Und der Markt wächst immer weiter. Dies und die Geschmacksvielfalt sind auf zwei Punkte zurückzuführen: Einerseits ist Gin die am einfachsten zu produzierende Spirituose und andererseits braucht es neben Wacholder nur ein weiteres Botanical, um die Spirituose, die mindestens 37,5 % Alkohol aufweist, Gin zu nennen.

Hast du dir auch schon überlegt, deinen eigenen Gin auf den Markt zu bringen?

Ja, vor ein paar Jahren. Aber ich habe dann entschieden, mich auf das Festival zu konzentrieren. Es ergibt keinen Sinn, einfach einen Gin produzieren zu lassen, nur damit man auch einen eigenen hat. Dafür ist auch die Konkurrenz zu gross: Allein in der Schweiz gibt es über 100 Marken.

Adresse

25 Hours Hotel Langstrasse
Langstrasse 150
8004 Zürich

Infos

Das Festival «About Gin» findet vom Donnerstag, 26. September bis Samstag, 28. September statt. Der Eintrittspreis liegt zwischen 31 bis 37 Franken. Ein Franken davon wird für die Wasserprojekte von Viva con Agua gespendet.

Verlosung

Sei dabei, wenn das 2. Gin Erlebnis Festival seine Pforten am 26. September von 16 bis 20 Uhr für einen kleinen Kreis öffnet. Mit dem hellozurich-Pass gehörst du zu den Ersten, die in die verschiedenen Gin-Welten in den umgestalteten Hotelzimmern des 25 Hours Hotels Langstrasse eintauchen. Tickets für den VIP-Anlass sind nicht käuflich. So löst du deinen Vorteil ein.