Schön & Recht

Die beiden Sozialarbeiterinnen Nina Salzgeber und Stefanie Wirz haben auf dem Gerold-Areal einen Laden für Design & Co. eröffnet.

Text: Eva Hediger Fotos: Jasmin Frei

Bunte Duschvorhänge vom Luzerner «Kollektiv Vier», handgemachtes, nachhaltiges Geschirr von «Elementar Keramik» aus Winterthur und Fairfashion von «Fabric»: Im Schön & Recht haben sich auf knapp 400 Quadratmetern verschiedene lokale und Schweizer Labels eingemietet. Die Idee des Shops-im-Shop kam von Nina Salzgeber und Stefanie Wirz.

«Vor allem kleine Brands können aus Kostengründen ihre Produkte nur online vertreiben», so Nina Salzgeber. «Das wollten wir ändern.» Im Schön & Recht erhalten die Labels eine eigene Fläche, die sie selbstbestimmt gestalten dürfen. Dafür zahlen sie Miete und geben einen kleinen Teil des Umsatzes ab.

«Uns geht es nicht nur ums Shoppen», erklärt Nina.

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Im Frühling 2019 haben Stefanie und Nina Schön & Recht eröffnet. Früher stellte auf dieser Fläche der Bogen 33 seine Vintage-Möbel aus. «Am Anfang waren einige Besucher völlig überrascht, dass sie ein komplett anderes Sortiment vorgefunden haben», sagt Stefanie und lacht. Enttäuscht sei aber niemand gewesen. «Unsere Produkte haben ihnen auch gefallen.» Schliesslich spreche Schön & Recht eine ähnliche Kundschaft an wie vorher der Bogen 33: Diese sei meist über 30 Jahre alt, urban und habe ein Flair für Design, so die beiden Ladenbetreiberinnen.

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Im Schön & Recht gibt es keine Massenware.

«Uns geht es nicht nur ums Shoppen», erklärt Nina. Sie und ihre Geschäftspartnerin möchten im Schön & Recht auch Erlebnisse bieten. Die Labels führen deshalb im Laden immer wieder Anlässe durch – von Produktlancierungen bis zu Workshops ist alles möglich. So töpferte zum Beispiel Karin Böckmann von Elementar Keramik vor Publikum. «Mein Respekt vor ihren Produkten ist dadurch nur noch gestiegen», erzählt Stefanie.

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Nina und Stefanie haben klare Anforderungen an die Labels, die im Schön & Recht vertreten sind: Sie stammen aus Zürich oder der Schweiz, produzieren fair und bieten keine Massenware an. «Alle unsere Labels legen ausserdem grossen Wert auf eine nachhaltige Produktion, auch wenn das bei den geringen Mengen manchmal schwierig ist», so Nina.

Die Labels führen deshalb im Laden immer wieder Anlässe durch.

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Eigentlich sind Nina und Stefanie Sozialarbeiterinnen. Ihre alte Arbeit vermissen die beiden. Auch deshalb wollen die Frauen im Schön & Recht Integrationsplätze für Jugendliche anbieten. «Wir möchten damit eine Lücke füllen», sagt Stefanie. Für junge Erwachsene, die zum Beispiel aus sprachlichen Gründen noch nicht bereit für eine Lehre oder Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt sind, fehlen bisher Angebote.

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Doch bevor Stefanie und Nina dieses Projekt umsetzen, soll sich Schön & Recht weiter etablieren. Die beiden Ladengründerinnen sind zuversichtlich. «Hier befindet sich ja eigentlich eine Einkaufsmeile», hält Nina fest und verweist auf die nahen Viaduktbögen und das Gerold-Areal, die auch viele Touristen anlocken: «Sie kaufen sich bei uns gerne ein besonderes und wertiges Souvenir.» Nina und Stefanie können bei der Suche zielsicher und kompetent beraten. «Jedes einzelne Produkt, das wir anbieten, würden wir eigentlich auch gerne selbst zu Hause haben», sagt Stefanie und lacht.

Adresse

Schön & Recht
Geroldstrasse 31
8005 Zürich
+41 44 700 00 75
Website

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag, 12–19 Uhr
Samstag, 10–18 Uhr

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