Kultur & Nachtleben

Die 68er-Revolution – Open-Air-Kino im Landesmuseum

Text: Reto Baer

Vom 7. bis 23. September wird der Gartenhof des Landesmuseums zweckentfremdet: 17 Spielfilme flimmern in dieser Zeit über die Leinwand des Bloom Freiluftkinos, das sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat. Passend zum Thema einer Ausstellung im Landesmuseum lautet das diesjährige Motto «Die 68er». Wir verlosen je 3x2 Tickets für «The Man Who Killed Don Quixote» (15. September, Vorpremiere) sowie «The Doors» am 19. September. Schicke uns bis am 9. September, 20 Uhr, eine Mail und wähle als Betreff den Film, den du sehen willst – also entweder «Don Quixote» oder «Doors».

Bloom ist das Küken unter den Stadtzürcher Open-Air-Kinos. Es findet erst zum dritten Mal statt. Die Idee war, Freiluftkino mit dem Nachhaltigkeitsgedanken zu verbinden. Die erste Ausgabe fand 2016 auf der Brache neben Frau Gerolds Garten mit dem Thema «Urban Gardening» statt. Letztes Jahr lautete das Thema «Food», da Bloom die Leinwand und den mit Solarstrom betriebenen Filmprojektor am Streetfood Festival aufgestellt hatte.

Dieses Jahr lockt Bloom die Filmfans in den Gartenhof des Landesmuseums. Das Thema – «Die 68er» – greift die Ausstellung «Imagine 68. Das Spektakel der Revolution» auf, die am 14. September im Landesmuseum eröffnet wird. Fünf der 17 programmierten Filme beziehen sich explizit auf die 68er-Bewegung, die heuer das 50-Jahr-Jubiläum feiert. Die Uschi-Glas-Komödie «Zur Sache, Schätzchen» (10. September) hatte nicht nur 1968 Premiere, sondern handelt auch von einem Taugenichts, der im Münchener Stadtteil Schwabing den Kleinbürgern eine lange Nase dreht.

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Steven Spielbergs Medien-Thriller «The Post» (11. September) mit Meryl Streep und Tom Hanks handelt von mutigen Journalisten der «Washington Post», die 1971 einen gigantischen Vertuschungsskandal im Weissen Haus aufdecken. Lukas Moodyssons «Tillsammans» (13. September) ist eine schwedische Kultkomödie über eine Hausfrau, die 1975 mit ihren Kindern vor ihrem gewalttätigen Mann in eine Kommune flieht.

Es fanden nicht alle gut, dass ausgerechnet die harmlose Meg Ryan die Freundin des Sängers Jim Morrison (Val Kilmer) spielt.

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Oliver Stones Band-Porträt «The Doors» (17. September) wurde 1991 kontrovers diskutiert. Zum Beispiel fanden nicht alle gut, dass ausgerechnet die harmlose Meg Ryan die Freundin des Sängers Jim Morrison (Val Kilmer) spielt. Das ändert nichts daran, dass «Break On Through», der erste Song aus dem ersten Doors-Album aus dem Jahr 1967, zu einer Hymne der 68er wurde.

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Der fünfte 68er-Film am Bloom Open-Air-Kino ist «Varljivo Leto ’68» (18. September). Die serbische Komödie aus dem Jahr 1984 schildert, wie der Jugendliche Petar im Jahr 1968, als Tito über Jugoslawien herrschte, sich in seine Marxismus-Lehrerin verliebt und ausgerechnet in diesem wichtigen Fach durchfällt.

«The Man Who Killed Don Quixote» ist der neueste Streifen des Ex-Monty-Python-Mitglieds Terry Gilliam.

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Die übrigen zwölf Filme sind lauter aktuelle Filmperlen, von denen diverse als Vorpremiere gezeigt werden, darunter etwa «The Man Who Killed Don Quixote» (15. September), der neueste Streifen des Ex-Monty-Python-Mitglieds Terry Gilliam, den man durchaus auch einen Alt-68er nennen darf. In seiner Version des Cervantes-Klassikers geht es um einen zynischen Werbefilmer, der in Spanien dem Schuhmacher wiederbegegnet, der vor zehn Jahren in seinem Studentenfilm den Don Quixote spielte. Inzwischen glaubt der Alte, tatsächlich der Ritter der traurigen Gestalt zu sein.

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Adam Driver, der den Werbefilmer verkörpert, ist im Gartenhof des Landesmuseums auch noch in Spike Lees neuestem Meisterwerk «BlacKkKlansman» (8. September) zu sehen. Darin spielt der Amerikaner einen jüdischen Cop, der sich unter dem Namen seines schwarzen Kollegen in den Ku-Klux-Klan einschleusen lässt. Natürlich gehört auch der Kampf gegen Rassismus zum Geist der 68er.

Adam Driver spielt einen jüdischen Cop, der sich unter dem Namen seines schwarzen Kollegen in den Ku-Klux-Klan einschleusen lässt.

Wer nun fürchtet, die Septemberabende im Freien könnten etwas frisch werden, kann beruhigt sein: Alle Besucher erhalten eine warme Decke. Der Vorteil des eher spät anberaumten Open-Air-Kinos: Da die Sonne früher untergeht, können die Filmvorführungen schon um 20.15 Uhr beginnen. Ob der frühe Filmbeginn auch dem Geist der 68er entspricht, ist wohl eher zweifelhaft.

Adresse

Landesmuseum
Museumstrasse 2
8021 Zürich

Infos

Samstag, 15. September: «The Man Who Killed Don Quixote»
Montag, 17. September: «The Doors»

Die Filme beginnen um 20.15 Uhr. Das gesamte Programm findest du hier