Print Matters

Magazine über Kunst, Hunde und Rapper: In seinem Laden verkauft Maurice Müller Printprodukte, die an keinem Kiosk zu finden sind.

Drei Jahre lang wurde Print Matters an verschiedenen Standorten als Pop-up Store betrieben. 2019 hat Maurice Müller das Nomadentum nun beendet: Der beliebte Shop für hochwertige Magazine ist jetzt fix an der Hohlstrasse.

Bereits im Schaufenster sind die verschiedensten Magazine ausgelegt: Auf dem Cover des Kunst- und Fussballmagazins «OFF» ist ein schlummernder David Beckham abgelichtet, auf dem neusten Heft der Modemarke «032c» der amerikanische Rapper Gucci Mane. Er trägt einen Mantel mit auffälligem Hummer-Print. Eine französische Bulldogge schaut vom Magazin «DOG». Es setzt sich mit Hunden in unserer Gesellschaft auseinander. Im Laden warten noch weitere ausgefallene und vielfältige Printprodukte, die es an keinem normalen Kiosk zu kaufen gibt.

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Besonders Kunstaffine packe bei aufwendig gestalteten Magazinen die Sammelwut.

Print Matters wurde von mehreren Zürcher Studenten gegründet. Zwischen 2015 und 2018 betrieben sie an vier Standorten Pop-up Stores. Dann hatte die Clique genug – Print Matters stand vor dem endgültigen Aus. Maurice wollte das verhindern. Er kannte die Print-Matters-Gründer schon einige Zeit und hatte auch als Verkäufer im Laden ausgeholfen. Er widmete dem Shop ausserdem seine Bachelorarbeit. Maurice hat an der Zürcher Hochschule der Künste «Trends & Identity» studiert. Seit dem Studienabschluss führt er Print Matters als Geschäftsführer weiter. Mit einer erfolgreichen Crowdfundig-Kampagne ist es ihm gelungen, das Geld für die Neueröffnung zusammenzubringen.

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Maurice ist auch mit der anderen Seite der Print-Welt vertraut: Er hat ein zwölfmonatiges Praktikum bei der «Neuen Zürcher Zeitung» absolviert. Während dieser Zeit entdeckte Maurice das Potenzial von hochwertig produzierten Zeitschriften. «Gedruckte Modemagazine funktionieren mit grosszügigen Modestrecken viel besser», sagt Maurice. Besonders Kunstaffine packe bei aufwendig gestalteten Magazinen die Sammelwut. «Man tauscht sie auch», so der Shop-Betreiber, und fügt an: «Mit einigen Titel hat man beinahe eine emotionale Verbundenheit.»

Maurice bietet auch Titel zum Thema LGBTQ an – etwas, das zuvor fehlte, ihm aber sehr am Herzen liegt.

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Bei der Auswahl der Titel halfen Maurice das ehemalige Print-Matters-Team, Kunden sowie eine Umfrage im empirischen Teil seiner Bachelorarbeit. Maurice sprach auch mit Leuten, die in Amsterdam, München und Berlin ähnliche Läden betreiben. Ausserdem konnte er auf sein Gespür für Trends setzen, das er während seines Studiums geschult hat. «Das neu definierte Bild des Mannes als Gegenpol zum Feminismus sowie mentale Gesundheit sind beispielsweise Themen, die momentan aufkommen», sagt er. Neu bietet Maurice auch verschiedene Titel zum Thema LGBTQ an – etwas, das zuvor fehlte, ihm aber sehr am Herzen liegt.

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Maurice will im Print Matters unregelmässig Ausstellungen, Konzerte, Lesungen durchführen. Dafür designte er eigens Möbel: Sie bestehen aus Holzplatten, die sich einfach zusammenstecken und wieder auseinandernehmen lassen. Eine platzsparende Lösung für das kleine Geschäft. Die Möbel kamen bereits in der Eröffnungswoche zum Einsatz: «Jean & Shaun» feierte im Print Matters seinen Launch. Das Zürcher Magazin zeigt Werke von verschiedenen Fotografinnen und Fotografen.

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Als er das Geschäft neu übernommen hatte, erlebte Maurice auch einige negative Reaktionen. «Sie stammen von Menschen, die nicht im Kreativbereich arbeiten und die Faszination nicht nachvollziehen können», erzählt Maurice. Ihm sei durchaus bewusst, dass es sich bei hochwertigen Printmagazinen um ein Nischenprodukt handle: «Doch es besteht eine Nachfrage», sagt Maurice zuversichtlich.

Adresse

Print Matters
Hohlstrasse 9
8004 Zürich
Website

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag, 11–19 Uhr
Samstag, 11–17 Uhr