Minirock

Hier ist es nicht rockig-modrig, sondern rockig-modern. Im Club «Minirock» von Micke Dinkel gibt es Popcorn und Prosecco ab dem Zapfhahn.

Text: Malini Gloor Fotos: Jasmin Frei

Erst seit Ende September 2017 gibt es ihn, und bereits ist er aus Zürich nicht mehr wegzudenken: der Club Minirock zieht Rock- und Gitarrenfreunde in Scharen an. Wir haben mit Geschäftsführer Micke Dinkel über das Musikrefugium gesprochen, das er zusammen mit elf Teilhabern geschaffen hat.

Als ich das erste Mal ins Minirock wollte, bin ich daran vorbeigelaufen. Unscheinbar versteckt sich der Club hinter grossen, schwarzen Fensterscheiben, direkt bei der Tramhaltestelle Zypressenstrasse. Erst mal drin, war ich geflasht: dunkel die Einrichtung und die Wände, farbige LED-Lichtstreifen, die sich über die ganze Decke des Clubs erstrecken.

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Ich fühlte mich sofort wohl, die Einrichtung ist nicht rockig-modrig, sondern rockig-modern und sie macht Lust auf einen ausgelassenen Abend mit Freunden. Auch mit den Namen der Partys scheint sich das Minirock abgrenzen zu wollen: «Kein Blasse» (Wave/Gothic), «Pilzfritte» (Grunge/Indie) oder «Punkseidank».

Die Einrichtung ist nicht rockig-modrig, sondern rockig-modern.


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Ich will wissen, wer hinter diesem neuen Bijou steckt und treffe Geschäftsführer und Teilhaber Micke Dinkel. Der 37-Jährige hat zusammen mit Christian Käser, einem guten Freund, darüber sinniert, dass in Zürich ein Club fehle, der nur auf Rockmusik setze – so wie früher das Luv, das Abart oder das Kinski. «Da wir beide bereits in der Gastroszene aktiv waren, fassten wir ziemlich schnell den Entschluss, dies zu ändern: Wir wollten einen Rock-Club!» Die beiden, welche ihre Freundschaft als «platonische Liebe auf den ersten Blick» bezeichnen, stellten eine Liste mit Wunschkandidaten aus der Zürcher Gastro- und Kulturszene zusammen, die sie mit im Boot haben wollten. Und es klappte: total zwölf Leute, darunter vier Frauen, betreiben als Teilhabende das Minirock.

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Leute, darunter vier Frauen, betreiben das Minirock als Teilhabende.

«Wir sind alle Musik-Nerds, die mit Rock, Metal, Wave und Indie in allen Varianten aufgewachsen sind und ohne diesen Lifestyle nicht leben wollen – so ist das Minirock nur die logische Konsequenz», erzählt Micke Dinkel. Der Club, in dem bis zu 200 Personen feiern können, ist für alle offen: «Uns ist es sehr wichtig, dass die Tür allen offensteht, egal welche Musik man hört, welche Kleider man trägt oder welche sexuelle Ausrichtung man hat.» Wer sich benehme, sei willkommen.

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So erstaunt auch die grosse Altersspanne nicht: Von 20- bis 50-Jährigen ist das Publikum bunt durchmischt. Auch Frauen schätzen den Club, wo sie mit ihren Freundinnen Prosecco ab dem Zapfhahn bestellen können. «Frizzante ab Fass im Pitcher, dem Eineinhalb-Liter-Krug, gibt es nur bei uns, genauso wie Longdrinks im Pitcher.» Da sei die Tramhaltestelle vor dem Club natürlich perfekt, sagt Micke Dinkel und lacht.

Auch Frauen schätzen den Club, wo sie mit ihren Freundinnen Prosecco ab dem Zapfhahn bestellen können.


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Apropos Getränke: Im Minirock ist die Bierauswahl gross und die Preise sind fair. Der Eintritt ist bis 24 Uhr gratis, danach kommt man für fünf Franken in den Club: «Am Geld soll der Besuch nicht scheitern, wir wollen allen einen guten Abend ermöglichen.» Für Konzertabende zahlen Besucher ab 15 Franken. Die Bands, darunter auch Newcomer, kommen aus der Schweiz, Deutschland, Amerika, England, Finnland oder Spanien.

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Auf der kleinen Bühne, die bei Partys als Lounge mit Sofa und Tischchen dient, kann es bei Konzerten ganz schön kuschlig werden. So hatte die Hardcore-Band «The Hardknocks» mit vier Musikern, drei davon gross und massig, so wenig Platz, dass der Sänger von der Bühne stieg und vor dem Publikum auf Augenhöhe sang.

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Beliebt sei auch das «Rock Quiz», erzählt Micke Dinkel. Zu gewinnen gibt es Drinks und Gratiseintritte. Nicht mehr wegzudenken ist das kostenlose Popcorn aus der Maschine oder die Party «Trash Bash»: Hier geht es gänzlich ironisch zu und her, die DJs lassen zwischen harten Riffs etwa auch mal ein Stück der Backstreet Boys laufen – «die meisten Gäste teilen diesen Humor und tanzen auch dazu ab», so Micke Dinkel.

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Das Fumoir ist neben der stylischen Bar der zweite Blickfang: In dem Raum mit Polstersesseln, Sofas und einer Discokugel können die Raucherinnen und Raucher hinter der riesigen Glasscheibe mitfeiern. Andere schauen den Barfrauen über die Schulter oder beobachten den Schwarm beim Tanzen – kurz: Im «Aquarium» lässt sich’s gut verweilen. «Eigentlich haben wir mit dem Minirock schlicht den Club eröffnet, den wir uns alle längst persönlich herbeisehnten und in Zürich vermissten», sagt Micke Dinkel wohl stellvertretend für alle zwölf «Miniröckler».

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Adresse

Minirock
Badenerstrasse 281
8003 Zürich
+41 44 461 45 45
info@minirockzh.ch

Öffnungszeiten

Donnerstag und Freitag, ab 20 Uhr (Open End)
Samstag, ab 22 Uhr (Open End)

Infos

Zum vollständigen Programm und zu den Konzerten geht’s hier.