Kater

Je später der Abend, desto härter die Musik: Der DJ Dani Beck führt gemeinsam mit Nelly Grishenko die Rockbar Kater.

Jahrelang legte Dani Beck in Zürcher Indie-Clubs wie dem Abart auf. 2018 eröffnete er seine eigene Kneipe. Für ihn und seine Kollegin Nelly Grishenko ist klar: Nirgends lässt es sich friedlicher Bier trinken.

Schwarz und dunkelviolett gestrichene Wände, lederne Barhocker, ein auf Hochglanz poliertes Motorrad in der einen Ecke und glänzende Gitarren in der Vitrine: Seit 2018 bedient Dani Beck im Kater Rock-Fans mit Getränken. Regelmässig steht der Musikjournalist auch hinter dem DJ-Pult. Dann legt er Songs von AC/DC, Metallica, Rammstein und Co. auf.

Nur die Musik ist gleich geblieben.

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«Zuvor war hier die Biker-Bar Le Cactus, in der ich über zehn Jahre lang aufgelegt habe», erzählt Dani. Hinter ihm sind die Wände voller Schwarz-Weiss-Bilder von Musiklegenden wie Jimi Hendrix, Bon Jovi und Nirvana.

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Hier treten auch Bands auf.

«2017 hat mich der Besitzer des Cactus gefragt, ob ich den Laden übernehmen möchte.» Nach kurzem Zögern sagte der ehemalige TV-Moderator zu. «Ich hatte viele Ideen, wie man der Bar neues Leben einhauchen könnte», erzählt er.

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Dani wollte einen kompletten Neuanfang für das Cactus. Er suchte einen anderen Namen und andere Mitarbeitende, richtete das Lokal ein. Nur die Musik sollte die gleiche bleiben: Rock in all seinen Facetten. «Für den Apéro und das Feierabendbier ist die Musik noch etwas gemässigter, am späten Abend darf es dann auch ein wenig härter werden», so Dani.

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Seit Mai 2020 ist Nelly Grishenko seine Geschäftspartnerin. Sie hatte die Metal-Bar Ebrietas in Zürich gegründet und lange auch selber geführt. «Die Zusammenarbeit mit Dani macht enorm viel Spass», sagt Nelly. Sie ist hauptsächlich für die Thekencrew verantwortlich, während Dani sich unter anderem um Social Media, Bookings und den Kontakt mit den Bands kümmert. Fast jede Woche gibt es im Kater Konzerte.

«Das Publikum ist einfach unschlagbar.»

Nelly Grishenko

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Man müsse nicht unbedingt Rock-Fan sein, um im Kater zu arbeiten, erklärt Nelly. «Selbst wenn einem die Musik nicht gefällt: Das Publikum ist einfach unschlagbar.» Auch Dani schwärmt, dass Rocker die friedlichsten Gäste überhaupt seien: «Je härter die Musik, desto weicher der Kern.» Er und Nelly feiern deshalb nach dem offiziellen Ladenschluss oft mit den Gästen weiter. «Bei so einer Stimmung will man einfach nicht aufhören. Selbst wenn man von der Arbeit schon todmüde ist», so Dani.

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Seit der Eröffnung des Katers musste er auch noch nie wegen schwieriger Gäste die Polizei rufen. «Im Gegenteil!», sagt er. So sei nach dem Metallica-Konzert im Letzigrund der Kater zum Bersten voll gewesen. «Auch auf der Strasse standen Hunderte Fans.» Dani fürchtete, dass die Polizei alle wegschickt. Doch am nächsten Tag erzählte ihm ein Freund, dass die Beamten sogar den Verkehr umgeleitet hätten. «Nur weil hier so viel los war! Das war schon der Hammer.»

Die kleine Bar zieht ein internationales Publikum an.

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Mittlerweile habe sich der Kater auch über Zürich hinaus einen Namen gemacht, erzählt Dani. Für Konzerte und Partys seien Leute schon aus Dänemark, England oder Frankreich angereist. Eine Frau sei sogar extra aus Japan gekommen: Sie landete am Morgen in Zürich, besuchte am Abend den Kater und flog am nächsten Tag bereits wieder zurück. «Einfach verrückt», so Dani.

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Adresse

Kater
Kanonengasse 33
8004 Zürich
+41 44 524 83 95
Website

Öffnungszeiten

Mittwoch, 17–1 Uhr
Donnerstag, 17–2 Uhr
Freitag, 17–3 Uhr
Samstag, 20–4 Uhr