Einzelstück

Susanne Schmid verkauft in ihrem Laden Einzelstück alte und neue Unikate aus aller Welt.

Text: Eva Hediger Fotos: Raisa Durandi

Zwischen Bahnhof Stadelhofen und Opernhaus liegt der Laden Einzelstück. Bereits sein Name verrät: Hier gibt es keine Massenware. Nicht nur die Antiquitäten, sondern auch die neuen Produkte sind Unikate. «Kein Stück gleicht dem anderen», sagt Gründerin Susanne. «Schliesslich ist alles Handarbeit.»

2011 eröffnete Susanne mit ihrem Partner Simon Wirth ihren Laden Einzelstück. Simon wünschte sich zu seinem 40. Geburtstag eine berufliche Veränderung, Susanne arbeitete bereits viele Jahre als Einkäuferin. «Wir wollten das anbieten, was uns selbst begeistert», erzählt Susanne. «Und das sind schöne alte Möbel.» Das Paar war von den immer gleichen Einrichtungen ihrer Bekannten gelangweilt. «Die meisten Menschen kaufen in grossen Möbelhäusern ein oder leisten sich die bekannten Designklassiker. Uns fehlte oft die Individualität.»

«Es sollen sich möglichst viele Leute eine individuelle Einrichtung leisten können.»

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In ihrer gemeinsamen Wohnung stehen Möbel aus den unterschiedlichsten Jahrzehnten, die sie aus der ganzen Welt zusammengetragen haben. Auch das Sortiment in ihrem Laden kommt von verschiedenen Kontinenten. «Teilweise sind die Möbel in einem desolaten Zustand», erzählt Susanne. Noch in ihrem Ursprungsland werden die Fundstücke restauriert. «In der Schweiz wäre das viel teurer.» Es ist Susanne ein Anliegen, dass die Schränke und Kommoden erschwinglich bleiben. «Es sollen sich möglichst viele Leute eine individuelle Einrichtung leisten können.» Das Ziel sei es aber nicht, sein Zuhause komplett mit Vintage-Möbeln einzurichten. «Am besten kombiniert man Altes mit Neuem – zum Beispiel einen modernen Stuhl mit einem schön gealterten Tisch. So wirkt die Einrichtung sofort persönlicher.»

Vom Shabby Chic Trend distanziert sich Susanne klar.

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In den letzten Jahren wurde Shabby Chic immer beliebter – neue Möbel werden mit Schleifpapier und Farbe auf Vintage getrimmt. Von diesem Trend distanziert sich Susanne klar. Die Schränke, Kommoden und Tische in ihrem Laden seien alle mindestens fünfzig Jahre alt und schonend restauriert. Susanne und ihr Partner wollen die Originalpatina erhalten. «Deshalb streichen wir auch keine Möbel neu. Wir bauen höchstens mal ein Tablar ein und ersetzen Griffe oder Gläser.»

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Das Sortiment von Einzelstück umfasst auch verschiedene Accessoires. «Möbel kaufen sich die Leute ja nicht so häufig», erklärt Susanne. «Wir wollten aber, dass die Kunden öfter in den Laden kommen.» Auch die Kerzenständer, Krüge und Schals sind keine Massenware. Einzelstück arbeitet ausschliesslich mit kleinen Labels zusammen. Deshalb weiss Susanne auch, woher die Produkte kommen und wie sie hergestellt wurden. Immer wieder besucht sie die Manufakturen in den über dreissig Ländern. Diesen Herbst reist Susanne zu einigen Produzenten nach Nepal und Indien.

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Dort lässt sie auch hauptsächlich die Produkte ihres kürzlich gegründeten Labels Scout produzieren. «Scout verbindet Fairtrade mit modernem Design und fördert so das traditionelle Handwerk», erklärt sie. Inderinnen besticken Baumwollkissen mit bunten Blumen, nepalesische Handwerker fertigen Vasen aus Keramik an. Zum Angebot von Scout gehören beispielsweise auch Schmuck, Notizbücher oder Naturseifen. Die Produkte werden nicht nur bei Einzelstück verkauft. «Mittlerweile arbeite ich mit etwa sechzig Läden zusammen», so Susanne. Seit Kurzem betreibt sie auch einen Onlineshop. Sie selbst kauft jedoch nicht gerne im Internet ein. «Ich möchte die Qualität sehen und spüren – das ist am Bildschirm nicht möglich.»

Vier Angestellte beschäftigen Susanne und Simon im Verkauf – darunter einen Designer und eine Goldschmiedin.

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Einzelstück hat eine grosse Stammkundschaft. Diese hat sich etwas verändert, seit sie 2015 vom Kreis 4 ans Bellevue gezügelt sind. «Hier besuchen uns auch ältere Leute und Expats», sagt Susanne. Sie steht selber ein bis zwei Tage pro Woche im Laden. «Ich schätze den direkten Kundenkontakt und das Feedback sehr.» Vier Angestellte beschäftigen Susanne und Simon im Verkauf – darunter einen Designer und eine Goldschmiedin. «Es sind alles spezielle und individuelle Leute, die gut in unseren Laden passen», so Susanne. Lachend fügt sie an: «Wir haben auch hier Einzelstücke gesucht – und gefunden.»

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Adresse

Einzelstück

Falkenstrasse 26
8008 Zürich
+41 44 262 12 12
Website 

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag, 11–19 Uhr
Samstag, 11–17 Uhr
sowie nach Vereinbarung