12.06.2019 – Essen & Trinken

«Wir entwickeln eine Gurken-Maschine»

Interview: Eva Hediger

Vier Freundinnen erfahren, dass früher in Zürich lokale Gurken eingelegt wurden. Sie wollen die Tradition wiederaufleben lassen und starten eine Crowdfunding-Kampagne. Diese wird ein voller Erfolg. Wir haben mit «Zürigurke»-Mitgründerin Valeria Steiger über Traditionen, Rezepte und Gurken-Notstände gesprochen.

In eurer Crowdfunding-Kampagne schreibt ihr, dass Gurken einlegen eine Zürcher Tradition sei. Stimmt das wirklich?

Früher war das Einlegen von Gemüse weit verbreitet – und das war in Zürich natürlich nicht anders. Viele wissen aber nicht, dass es in Birmensdorf im Kanton Zürich einmal ein Gurkenfabrik gab: Die Bauern aus der Region haben die Gurken angebaut und die Firma Schlenk hat sie verarbeitet. Heute wächst ein Teil unserer Gurken auf einem der ehemaligen Anbau-Gebiete! Die Geschichte dieser Zusammenarbeit gefällt uns sehr – deshalb wollten wir gerne dort ansetzen. Gürkli servieren die meisten Zürcher zum Raclette.

Passt das eingelegte Gemüse denn auch im Sommer?

Ja! Unsere Züri-Gurken sind so fein, dass man sie einfach pur essen kann – zum Beispiel beim Picknick am See oder in der Badi. Sie haben einen sehr erfrischenden Geschmack. Aber natürlich passen unsere Gurken auch ganz klassisch zu Käsegerichten oder aufs Apéro-Plättchen.

«Wir verwenden nur regionale Gurken.»

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Worin unterscheiden sich eure Essiggurken von jenen aus dem Supermarkt?

Viele Marken verwenden keine Schweizer Gurken, viele stammen sogar aus Übersee. Das verstehen wir nicht, denn schliesslich gedeihen Gurken auch in der Schweiz super. Wir verwenden deshalb nur regionale Gurken von drei verschiedenen Bauern. Lange Transportwege wollen wir aus Klimagründen vermeiden. Ausserdem sind alle unsere Gurken biologisch angebaut. 

Ihr bietet jetzt auf Wemakeit drei verschiedene Variationen an. Wie lange habt ihr an den Rezepten gearbeitet?

Seit letztem Jahr haben wir viele Tests durchgeführt und die Rezepturen für unsere Züri-, Gin- und Apfel-Gurken stetig verbessert. Aktuell optimieren wir gerade unseren Verarbeitungsprozess und arbeiten dafür mit zwei Ingenieuren zusammen. Sie erfinden für uns eine «Gurkenstechmaschine», mit der unsere Gurken auch ohne Zusatzstoffe knackig und saftig bleiben.

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Fotos: Jonathan Pielmayer / Jez Timms

Ihr habt auf Wemakeit euer Ziel bereits mehr als erreicht. Kommt ihr jetzt in Gurken-Not?

Wir sind so dankbar über das grosse Interesse und die tolle Unterstützung! Wir haben uns deshalb entschieden, die Produktion etwas zu erhöhen: Wir haben noch mehr Gurken bestellt. Nächstes Jahr wollen wir unser Projekt weiter expandieren.

Infos

Die Zürigurken werden von Sanne Eisenring (Köchin Bar Basso Zürich), Larissa Rossbacher (Verwalterin), Daria Rhyner (Produktdesignerin) und Valeria Steiger (Support) eingelegt. Noch bis 14. Juni kann das Projekt «Zürigurke» auf Wemakeit unterstützt werden.